Beitrags-Archiv für die Kategory 'Thoughts'

Deutsche “Top-Politiker” gegen Google Streetview …

Tuesday, 24. August 2010 0:12

Verbraucherschutzministerin – was für ein Wort, was für eine Aufgabe! – Aigner will uns unbedarfte Deutsche nicht nur vor dem laxen Datenschutz bei facebook schützen (mangels Erfolg hat sie sich dort demonstrativ abgemeldet) sondern nutzt derzeit auch das Sommerloch, um uns Verbraucher vor der nächsten im Internet lauernden Gefahr, Google Street View zu schützen. „Google kann sich keinen Fehler mehr erlauben“ tönt das politische Nichtsnutz und man kann sich vorstellen, wie ob solch markiger Worte die Google Mitarbeiter in Mountain View wie geprügelte Hunde durch die Gänge schleichen und der Google-Vorstand nur noch ratlose, von betretenem Schweigen geprägte Krisen-Meetings abhält.

Nun, es wäre nicht das Sommerloch, und es wäre nicht der allzeit für jedes Medium mit jedem Unsinn bereite Guido Westerwelle, wenn dieser nicht hurtig auf den lahmen Zug aufspringen würde und verkündete: „Das werde ich auch tun” – nämlich das Verpixeln seiner Wohnstatt in Streetview. Natürlich ausposaunt in seinem Lieblingsblatt, der “BILD “: “Für mich ist das eine prinzipielle Frage und deshalb werde ich meine Möglichkeiten nutzen, dies zu verhindern.” Großartig, ein Mann mit Prinzipien. Muss ein anderer Westerwelle sein, als jener, der einen Hauch weniger beeindruckend für die Rechte Homosexueller auf internationaler Ebene eintritt

Richtig interessant wird das Gewäsch der beiden Politiker, wenn man es einmal in einem sachlich ähnlich gelagerten Kontext im „real life“ betrachtet. Wer mit halbwegs offenen Augen durch unsere Städte wandert, dem dürften möglicherweise schon einmal diese merkwürdigen Kästchen aufgefallen sein, bei denen es vorne glitzert, wenn die Sonne drauf scheint. Diese Teilchen heißen „Kameras“ und nehmen Bilder auf. Ganz ähnlich wie die Kameras übrigens, die auf den putzigen Google-Autos installiert sind und (voraussichtlich nur) alle Jubeljahre mal ein Bildchen der städtischen Umgebung aufnehmen.

Der Unterschied ist, dass die Bilder der mittlerweile allgegenwärtigen echten Überwachungs-Kameras stets hochaktuell sind und kaum einer weiß wo deren Aufnahmen landen, was damit passiert, wie lange und von wem sie gespeichert werden. Und die Zahl dieser Kameras nimmt munter täglich massiv zu.

Wenn also eine „Verbraucherschutzministerin“ ihr Amt auch nur halbwegs ernst nähme, dann fände sie hier ein großes und tatsächlich bearbeitungsbedürftiges Spielfeld. In diesem Bereich könnte die Politikerin ganz grundlegend und deutlich im Sinne von Datenschutz zum Schutze der Bürger agieren. Aber natürlich ist die öffentlichkeitswirksame Google- und Facebook-Schelte viel simpler als die ernsthafte Arbeit im Parlament um etwas gegen die *richtige* Überwachung zu unternehmen.

…und da reden wir noch nicht über das Thema „Netzneutralität“, um die sich unsere Politik offensichtlich weit weniger  Gedanken macht – dann schon lieber fröhliches Google-Bashing…

Thema: Thoughts | Kommentare (0) | Autor: Frank

Schlingensief…

Saturday, 21. August 2010 23:11

war ein oft amüsanter Quatschkopf und gelegentlich ein nerviger Geselle. Verdient hat er es nicht, dass ihm ausgerechnet Claudia Roth hinterherblökt: “Der Tod von Christoph Schlingensief erschüttert mich bis ins Mark.” und wenn Frau Jelinek feststellt, dass Christof S. “einer der größten Künster (war), die je gelebt haben”, dann schüttelt sich Schlingensief – wo immer er sein mag – hoffentlich vor Lachen, um sich danach zufrieden zurück zu lehnen und seinen erstaunlichen Nachruhm zu genießen.

Thema: Kunst & Kultur, Thoughts | Kommentare (0) | Autor: Frank

Reinhard Bartmann: Ausstellung Musik-Fotografien, Heidelberg, Palmyra Verlag

Saturday, 21. August 2010 18:54

Blende in A-Dur
Musik-Fotografien von Reinhard Bartmann
Ausstellung vom 29. August bis zum 29. September 2010
im Palmyra Verlag, Heidelberg, Hauptstraße 64
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-12 Uhr und 14-17 Uhr, sowie MI 18-20 Uhr
Konzerte zur Ausstellung
So 29. August, 17:00 Uhr
Vernissage mit Michael P. Traiser an der Gitarre und Reinhard Bartmann, Gesang
Fr 10. September, 20:00 Uhr
Konzert mit dem Liedermacher Heinz Warth und Fleecy Cloud (Folk-Jazz-Pop)
Do 23. September, 20:00 Uhr
Drum-Happening mit Mani Neumeier von Guru Guru
Mi 29. September, 20:00 Uhr
Abschlusskonzert mit dem Liedermacher Trollius Weiss

Thema: Thoughts | Kommentare (0) | Autor: Frank

E-Postbrief? Nein danke.

Thursday, 5. August 2010 16:48

Die Post im Internet. Der E-Postbrief kommt.“, so wirbt die Deutsche Post derzeit mächtig für ihren neuen E-Postbrief. Durch  persönliche Legitimierung und Identifizierung soll E-Mail damit eine rechtliche Verbindlichkeit und Sicherheit aufweisen, wie bislang nur “echte” Briefe und Faxe. Entsprechend wird die Werbetrommel gerührt und jederman die Registrierung der persönlichen E-Post Adresse angeraten. Vermutlich wird eine entsprechende Registrierung über kurz oder lang Pflicht werden, ob man sich allerdings jetzt schon freiwillig in die Fänge der Post begibt sollte wohl überlegt sein. Schließlich gibt es zu dem Thema ellenlange AGBs, die man kennen sollte bevor man sich ins E-Post Abenteuer stürzt.

Ich verzichte auf “meine” Adresse schon aus dem Grund, weil es in § 6 “Pflichten und Obliegenheiten des Nutzers” so einige Punkte gibt, die wenig lecker schmecken. Abgesehen davon, dass dort die tatsächliche Nutzbarkeit im amtlichen und geschäftlichen Verkehr sich schon weit weniger umfassend gibt: “…wird aber darauf hingewiesen, dass insbesondere gesetzliche oder vertraglich vereinbarte Schriftformerfordernisse durch die Nutzung der Dienste nicht erfüllt werden. Soweit der Gesetzgeber einen Ersatz der Schriftform durch elektronische Form zulässt, ist eine zusätzliche qualifizierte digitale Signatur erforderlich. Ebenso wenig können förmliche Zustellungen im Gerichts- oder Verwaltungsverfahren vorgenommen werden.”

Noch weniger schön sind die Pflichten: “Der Nutzer wird daher aufgefordert, mindestens einmal werktäglich den Eingang in seinem Nutzerkonto zu kontrollieren. Von einer regelmäßigen Kenntnisnahme eines E-POSTBRIEFS mit elektronischer Zustellung durch den Privatkunden ist daher spätestens am Werktag nach Eingang im Nutzerkonto auszugehen. Beim Geschäftskunden ist von einer regelmäßigen Kenntnisnahme bei Eingang innerhalb der üblichen Geschäftszeiten am gleichen Werktag auszugehen, ansonsten mit Beginn der Geschäftszeiten am darauf folgenden Werktag.”

Um die E-Post nutzen zu dürfen, verpflichtet man sich also – durch Annahme der AGB – zur täglichen Überwachung der elektronischen Post! Jetzt könnte man ja sagen: “Mir doch egal was da steht – ich checke meine mail wann ich will.” Wer aber beipsielsweise gelegentlich im Web publiziert und damit tagtäglich mit irgendeiner Abmahnung rechnen muss, der könnte mit legerem Mailabruf bei typisch kurzer vorgegebener Reaktionszeit seitens gewinnorientierter Anwälte unangenehm teuer aufs Kreuz fallen…

Für mich sind diese AGBs jedenfalls der Grund, vorerst auf die elektronische E-Post Fußfessel zu verzichten und E-Mail nach Gusto ganz privat mit eigener Mailadresse zu betreiben so lange es geht und solange es die Kontrollfreaks staatlicherseits zulassen.

Thema: Thoughts | Kommentare (0) | Autor: Frank

Bläserchor Neckarsteinach

Sunday, 1. August 2010 15:14

Der Bläserchor Neckarsteinach in der evangelischen Kirche - Fotografie: Frank Schindelbeck

Der Bläserchor Neckarsteinach in der evangelischen Kirche - Fotografie: Frank Schindelbeck
Großes Bild mit Klick aufs Bild / Foto: schindelbeck.org

Der Landesposaunenwart Frank Vogel war zu Besuch in Neckarsteinach. Das Ergebnis eines Zwei-Tages-Workshops mit dem Bläserchor Neckarsteinach konnte man in der evangelischen Kirche beim Gottesdienst am Sonntag hören. Abgesehen von überwiegend wohlklingenden Blechblastönen fällt mir immer wieder auf, wie schön es in der Neckarsteinacher Kirche ist, die mit ihren modernen hellen Fenstern ein ganz wunderbares Licht in den Kirchenraum zaubert. Wenn die Sonne mitspielt…

Download Bilderserie (52,4 MB ZIP-File, nur zum persönlichen Gebrauch)

Thema: Thoughts | Kommentare (0) | Autor: Frank

Stadthallenerweiterung Heidelberg – Kampf der Bilder

Wednesday, 14. July 2010 16:32

Am 25. Juli findet der Bürgerentscheid über den Anbau der Stadthalle in Heidelberg statt.

Der Streit um neue Architektur lässt sich trefflich über Bilder und Visualisierungen austragen. Von Neubauten werden gern vorab Nachtaufnahmen errechnet, die das Passen oder Nicht-Passen zum benachbarten städtischen Raum gnädig im dunklen Umfeld verschwinden lassen. Über günstige oder weniger günstige Perspektiven der Visualisierungen wird je nach Perspektive von Gegnern oder Befürwortern entschieden. Auf Seiten der BIEST (Bürgerinitiative Erweiterungsbau STopp!), sind Bäume unbelaubt und wirken sterbenskrank:

Die städtischen Befürworter hingegen präsentieren mit Vorliebe dichtes, sattes Grün vor dem geplanten und erwünschten Neubau, zu sehen beispielsweise in deren aktuellem Film  auf der Website der Stadt Heidelberg.

Durch fast schon dschungelhaftes Grün bewegt sich die Kamera auf den Altbau zu, lugt dann scheu um die Ecke Richtung Neubau um sich rasch, als wolle man das „scheue Reh Stadhallenanbau“ nicht verschrecken, wieder vom Neubau zu entfernen. Im Vordergrund steht jedenfalls das Bild der alten (!) Stadthalle. Dann Schnitt – und es folgt der Anflug aus Richtung Neckartal. Man stutzt, denn zunächst sieht man den Neubau vor lauter Bäumen nicht und fragt sich unwillkürlich, „was gibt’s denn da zu verstecken?” Allzu selbstsicher kommt diese Variante der Architekturvisualisierung jedenfalls nicht daher…

An Schlichtheit kaum zu überbieten sind die Slogans und Plakate von Befürwortern und Gegnern. Vor der alten (!) Stadthalle starrt ein junger Mann ins Nichts und steht mit seinem leeren Blick für „Zukunft mit Augenmaß“ (= pro Erweiterung). Bei den Gegnern muss ein kleines Mädchen herhalten: „Heidelberg ist ein Kind der Natur“ und will damit die Baumfällaktion der Stadthallenerweiterer anprangern. Eigentlich fehlen nur noch Babies und niedliche Kleinhunde als bewährte Sympathieträger – aber wer weiß was uns  zum Finale der Kampagnen noch erfreuen wird…

Thema: Heidelberg, Photographie, Thoughts | Kommentare (0) | Autor: Frank

Internetmüde, Kommunikationsfaul? Auf nach Heidelberg!

Saturday, 10. July 2010 11:34

[Edit 7.8.2010: Mittlerweile ist das Problem praktisch gelöst. Die Telekom richtet es zwar nicht aber die Stadtwerke legen auf Wunsch Glasfaser bis ans Haus heran, flottes Internet und Festnetz-Telefonie werden also auch "Im Bieth" Realität.]

Über Heidelberg lacht derzeit nicht nur die Sonne, sondern auch die ganze Republik – zumindest, wenn sie von den Segnungen der moderenen Telekommunikation überzeugt ist. Dass es in Deutschland über Jahrzehnte nicht gelungen ist, eine vernünftige Breitbandinfrastruktur im ganzen Lande aufzubauen – geschenkt. Eine unlösbare Aufgabe für die gesammelte Laien-Politikerschar über Jahrzehnte. Trotzt allen Gefasels über Förderung der Lebensverhältnisse und der Wirtschaft im ländlichen Raum. “Ländlicher Raum” beginnt internettechnisch übrigens oft schon nach weniger als 20 km über den Ortskern des beschaulichen Provinzstädtchens Heidelberg hinaus. In Neckarsteinach (16,5 km) darf man beispielsweise froh sein, mit DSL 3000 im Zwischennetz zu surfen und daran hat sich schon seit Jahren nichts getan. Noch froher kann man sein, nicht in einem Seitental des Neckars fast internetfrei dahin vegetieren zu müssen.

Vielleicht ist es eine Geste des “Hey, ihr seid nicht allein”, wenn nun im Heidelberger Stadtteil Kirchheim im Neubaugebiet „Im Bieth“ gleich komplett auf Leitungen für Internet und Telefon verzichtet wurde. Ohne Handy geht an diesem kommunikationsverlassenen Orte derzeit nichts.

Kommunikationsprobleme, Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, fröhliches Vor-sich-hin-bauen und Gräben zuschütten, bevor Telefonleitungen verlegt wurden – das ist der Stoff, aus dem die Träume Heidelbergs sind, in Konkurrenz zu Schilda auf Augenhöhe zu stehen. Oberirdische Masten könnten jetzt mit dem noch geringsten Kostenaufwand nachträglich die Leitungen zu den Häusern bringen – solch archaische Zeugnisse veralteter Technik mag die Stadt aber nicht auf ihren Straßen sehen. Stattdessen könnten Straßen und Wege mit Millionenaufwand aufgerissen und nachträglich mit den entsprechenden Kabeln bestückt werden. Leerrohre, durch die man die Kabel nachträglich ziehen könnte existieren zwar in den Hauptsträngen aber zu den einzelnen Grundstücken nicht.

Vielleicht sollte man die Narretei offensiv vermarkten und aus dem “Bug” ein “Feature” machen. Richtig verkaufen muss man dieses Gebiet: “Eine Oase der Ruhe in der Wüste des allgegenwärtigen Kommunikationsdrucks”, “Trommeln statt Telefon”. Es könnte zwar für die zukünftigen Bewohner etwas lästig werden, sich zur Abgabe ihrer elektronischen Steuerereklärung ins nächstgelegene Internetcafé begeben müssen aber diese ansonsten himmlische Ruhe wöge die kleine Unbequemlichkeit wohl auf.

Ideal geeignet wäre das Areal auch für die Ansiedlung einer archaischen Sekte. Vielleicht will der Oberbürgermeister nach dem mittlerweile beschlossenen Komplettabzug der US Army andere amerikanische Mitbürger nach Heidelberg locken. Ein Stadtteil für Amish, mit Infrastruktur aus dem 19. Jahrhundert – wenn das nicht ein unschlagbarer Standortvorteil ist…

Thema: Heidelberg, Thoughts | Kommentare (1) | Autor: Frank